Implementierung und dauerhafter Betrieb eines Energiemanagementsystems
für die Gemeinden Doberschau-Gaußig und Demitz-Thumitz
Förderkennzeichen: ZUG gGmbH, 67K23865
Laufzeit: 01.01.2024 – 31.12.2026
Die beiden Gemeinden Demitz-Thumitz und Doberschau-Gaußig haben sich dazu entschlossen, ihre Energieeffizienz zu verbessern und einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu fördern. Die Bewirtschaftung kommunaler Liegenschaften und der damit verbundene Verbrauch von Wärme, Strom und Wasser stehen für einen erheblichen Teil der kommunalen Ausgaben und CO₂-Emissionen. Aus diesem Grund implementieren die Gemeinden ein kommunales Energiemanagement.
Unser Energieteam

Steffen Gnauck
Marcus Das Gupta
Energiemanager
Gemeinde Doberschau-Gaußig
OT Gnaschwitz
Hauptstraße 13
02692 Doberschau-Gaußig
Tel.: 035930 55 60 60
Fax: 035930 55 60 636
E-Mail: energie@doberschau-gaussig.de
Webseite: www.doberschau-gaussig.de
Warum Kommunales Energiemanagement (KEM)?

„KEM ist die wirtschaftlichste Art, um Energieverbräuche in öffentlichen Gebäuden zu reduzieren und damit verbundene Kosten und CO2-Emissionen einzusparen.“
Sächsische Energieagentur SAENA
Nur wer seine Gebäude, deren Verbräuche und letztlich ihre Stärken und Schwächen kennt, kann dauerhaft Energie und Wasser und damit Kosten sparen. Dies ist das am Einfachsten zu realisierende System, um bares Geld zu sparen. Ein KEM einzuführen bedeutet: ganz systematisch und regelmäßig nach der jeweils optimalen Einstellung aller technischen Anlagen im Bereich Heizung, Lüftung und Wasser zu schauen, korrigierend einzugreifen und sofern nötig, Änderungen vorzunehmen. Aber auch Vertragsüberwachungen.
Deshalb hat sich die Gemeinde Doberschau-Gaußig mit einem entsprechenden Beschluss des Gemeinderates im Jahr 2023 entschlossen, dauerhaft ein Kommunales Energiemanagement KEM einzuführen. In der Umsetzung kooperiert die Gemeinde eng mit der Nachbargemeinde Demitz-Thumitz, in der ebenfalls ein entsprechender Beschluss des Gemeinderates vorliegt.
Seit 01. Januar 2024 gibt es nun zwei Energieteams in den beiden Gemeinden.
Die Einführung des KEM wird in beiden Gemeinden durch die Förderrichtlinie Energie und Klima /2023 (FRL Euk/2023) der Zukunft-Umwelt-Gesellschaft gGmbH des Bundes über den Zeitraum von drei Jahren unterstützt. Dabei zeichnet jede Gemeinde für sich für das jeweilige KEM und die entsprechende Finanzierung verantwortlich. Bereits in der Phase der Beantragung der Fördermittel zeigte sich der Wert der Gemeindekooperation, da wir uns hier schon gegenseitig unterstützen und die Arbeiten sinnvoll aufteilen konnten. Im Rahmen der Förderung werden die Gemeinden aktiv von der SAENA und einem Energie-Coach der M&S Umweltprojekt GmbH begleitet. So übernimmt die SAENA zum Beispiel die Ausbildung der Energiemanager und Energietechniker und übernimmt ebenfalls die Auditierung der Gemeinden.
Und wie funktioniert das Ganze nun?
„Jaaa, aber das macht doch der Heizungsbetrieb…“ werden jetzt viele denken. Ganz klar, die Fachbetriebe können das natürlich am besten. Aber Optimieren bedeutet sehr viel Zeit und damit Geld zu investieren. Mal abgesehen davon, dass die passenden Handwerksbetriebe zum Teil gar keine Zeit dafür haben. Bei einem KEM übernehmen die Fachbetriebe die jährlichen Wartungen und die notwendigen Reparaturen. Das KEM-Team der Gemeinde übernimmt die Optimierung und die Feineinstellung. Eine faire Aufteilung, die in unseren Gemeinden gut funktioniert. An dieser Stelle deshalb ein großes Dankschön an die beteiligten Handwerksbetriebe!
Auch in der täglichen Arbeit findet im Arbeitsfeld KEM ein reger Austausch statt, so dass Erfahrungen, Wissen und Lösungen beiden Gemeinden zeitnah zur Verfügung stehen. Dies wird unterstrichen durch einen Energiemanager mit Arbeitskraftanteilen in beiden Gemeinden. Hinzu kommt noch je ein Mitarbeiter mit weiteren Zeitanteilen in jeder Gemeinde. So entsteht einerseits ein Team, anderseits gibt es eine solide Vertretungsregelung. So fanden bereits im Juni, Juli und August gemeinsame Objektbegehungen durch die Energieteams der beiden Gemeinden statt und es konnten interessante technische Lösungen ausgetauscht werden.
Als Beispiel seien hier genannt:
die Holzfeuerung der Turnhalle Rothnaußlitz, die auch bei einem flächendeckenden Stromausfall autark betrieben werden kann
die brandneue Erdwärmepumpe des Kindergartens Doberschau, die sich vor allem durch eine sehr fortschrittliche Steuerungsanlage auszeichnet.
Aber auch Altanlagen, wie die seit über 20 Jahren genutzte Luft-Wasser-Wärmepumpe des Kindergartens Gaußig, sind dabei von Interesse und geben beiden Gemeinden gute Einblicke in die Zuverlässigkeit von Systemlösungen.
Im kommenden Winter 2024/25 werden die beiden Energieteams die ersten kommunalen Anlagen optimieren und deren Verbräuche dauerhaft senken.
Schlaglichter aus der Arbeit der beiden Energieteams:
Erfassung und Einordnung aller kommunaler Gebäude abgeschlossen
Priorisierung der Gebäude nach Energieverbrauch
Überprüfung aller Anlagen auf Optimierbarkeit und technischer Grundfunktion
Zum Teil Wiederherstellung der technischen Grundfunktionen
Zusammenführung der Wartungsprotokolle
Abnahme der Einführung KEM in beiden Gemeinden durch die SAENA im Juni 2024
Planung Einbindung einer PV-Anlage für den Kindergarten Doberschau
Neuprogrammierung und Instandsetzung Lüftungsanlage Sport- und Freizeitzentrum Demitz-Thumitz
Umbau Warmwasserbereitung im SFZ Demitz-Thumitz
Umbau Warmwasserbereitung Kindergarten Gaußig
Wir werden in loser Reihenfolge an dieser Stelle weiter berichten….
Steffen Gnauck, Bauhofleiter und Energiemanager Doberschau-Gaußig
Marcus Das Gupta, Energiemanager Doberschau-Gaußig und Demitz-Thumitz
Ruben Höhne, Energietechniker Demitz-Thumitz
Weiterführende Links:
zur website der Saena
zur website der z-u-g
Kommunales Energiemanagement – in Wikipedia
Nationale Klimaschutzinitiative
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Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Nähere Informationen unter: www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie